Heerdter Friedhof
Gottfried Hötzel war von 1917 - 1940 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Heerdt-Oberkassel. Sein Leben war von Glauben, Mut und persönlicher Verantwortung geprägt und er hinterließ Spuren weit über seine eigene Gemeinde hinaus. Bereits früh fühlte sich Hötzel berufen, als Missionar nach China zu gehen. Dort begegnete er den Menschen mit großem Respekt und Interesse an ihrer Kultur – zu einer Zeit, in der Vorurteile und nationalistisches Denken in Deutschland weit verbreitet waren. Seine Erfahrungen in China prägten sein Verständnis von christlicher Nächstenliebe und seine Offenheit gegenüber anderen Menschen nachhaltig.
Besonders bemerkenswert war sein Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus. Während viele schwiegen oder sich anpassten, fand Hötzel deutliche Worte gegen Ausgrenzung, Gewalt und Unrecht. Nach der Reichspogromnacht im November 1938 erklärte er öffentlich, dass die Kirche nicht schweigen dürfe, wenn Gotteshäuser brennen und Menschen verfolgt werden. Für diese Haltung wurde er von der Gestapo verhört, mit einem Redeverbot belegt und schließlich gezwungen, Düsseldorf zu verlassen. Damit gehörte er zu den wenigen Geistlichen seiner Zeit, die offen Stellung gegen die menschenverachtende Politik des Regimes bezogen. Sein Mut beruhte nicht auf politischem Ehrgeiz, sondern auf seiner tiefen Überzeugung, dass christlicher Glaube immer auch Verantwortung gegenüber dem Mitmenschen bedeutet.
Gottfried Hötzel war kein Mann großer Inszenierungen, sondern jemand, der aus seinem Glauben heraus handelte. Zeitzeugen beschrieben ihn als ruhig, besonnen und nachdenklich. Gerade diese Haltung verlieh seinen Worten besondere Glaubwürdigkeit. Er suchte keinen Streit, doch er konnte nicht schweigen, wenn Unrecht geschah.
In einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Polarisierung erinnert sein Beispiel daran, wie wichtig Mitmenschlichkeit, Wahrhaftigkeit und Zivilcourage sind.
Die Erinnerung an Gottfried Hötzel lädt dazu ein, über den eigenen Umgang mit Verantwortung, Glauben und gesellschaftlichem Engagement nachzudenken. Sein Lebensweg bleibt ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass christlicher Glaube nicht nur im Denken, sondern vor allem im Handeln sichtbar wird.
Der Friedhof in Heerdt hat eine lange Geschichte. Früher wurden die Menschen direkt neben der Kirche St. Benediktus begraben. Das war damals ganz normal. Mit der Zeit wurde der Platz aber zu klein und die Mauer des alten Friedhofs war beschädigt. Deshalb überlegte die Gemeinde schon ab 1823, einen neuen Friedhof außerhalb des Dorfes anzulegen. Nach vielen Diskussionen kaufte die Gemeinde 1839 ein Grundstück an der heutigen Schiessstraße. Dort entstand der neue Friedhof, auf dem 1841 die erste Beerdigung stattfand. Seitdem wurde der Friedhof mehrmals erweitert und immer weiter ausgebaut.
Heute ist der Friedhof Heerdt noch immer ein wichtiger Ort für die Menschen im Stadtteil. Der Friedhof ist ungefähr 14 Hektar groß und besteht aus mehreren Bereichen, die sogar durch eine Fußgängerbrücke verbunden sind. Dort stehen noch alte Eichen und große Zedern aus der Anfangszeit des Friedhofs, die heute unter Naturschutz stehen. Außerdem gibt es eine Kapelle aus dem Jahr 1966 mit besonderen Glasfenstern und einer Orgel. Auf dem Friedhof liegen auch bekannte Düsseldorfer Persönlichkeiten begraben, zum Beispiel die Kabarettisten Kay und Lore Lorentz. Heute wird der Friedhof nicht nur als Begräbnisort genutzt, sondern auch als ruhiger Ort zum Spazieren und Erinnern.
Auf dem Friedhof in Heerdt gibt es einige besondere und künstlerisch gestaltete Grabsteine. Besonders bekannt ist der Grabstein von Peter Joseph Cornelius Reinartz. Er war der erste Mensch, der 1841 auf dem neuen Friedhof beerdigt wurde. Auf seinem Grabstein steht deshalb „der Erste auf diesem Gottesacker“. Der Stein ist bis heute erhalten und gilt als wichtiges Erinnerungsstück an die Geschichte des Friedhofs.
Außerdem gibt es auf dem Friedhof viele kunstvoll gestaltete Familiengräber und Grabmale bekannter Düsseldorfer Künstler wie etwa Joseph Beuys, Ewald Mataré oder Wilhelm Hanebal.
Auch die Grabmale der Familien Nikolaus Knopp und van Endert gelten als auffällig und historisch wertvoll. Viele ältere Grabsteine zeigen typische Formen und Verzierungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dadurch wirkt der Friedhof heute nicht nur wie ein Begräbnisort, sondern auch wie ein Ort der Kunst und Geschichte.
Die Schiessstraße erinnert an die berühmte Schiess AG bzw. die Werkzeugmaschinenfabrik von Ernst Schiess. Das Unternehmen gehörte im Kaiserreich zu den bedeutendsten Maschinenbauern Deutschlands und prägte Heerdt und Oberkassel stark mit. Viele Arbeiterfamilien siedelten sich damals dort an, wodurch der Stadtteil seinen industriellen Charakter bekam.
Die Schiessstraße und das Umfeld in Heerdt haben in den letzten Jahren einen starken Wandel erlebt – weg vom klassischen Industriegebiet hin zu einem gemischten Stadtquartier mit Wohnen, Kreativwirtschaft und modernen Büroflächen.
Früher war die Gegend stark vom Maschinenbau und von Industriebetrieben geprägt, besonders durch die traditionsreiche Schiess-Werkzeugmaschinenfabrik von Ernst Schiess. Große Hallen, Lagerflächen und Bahnanschlüsse bestimmten lange das Bild.
Heute verschwinden viele alte Industrieflächen nach und nach oder werden umgebaut. Auf ehemaligen Gewerbearealen entstehen moderne Quartiere mit Wohnungen, Grünflächen, Kitas und neuen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig versuchen Stadtplaner, den rauen Industriecharakter teilweise zu erhalten und mit Kultur, Kreativnutzung und urbanem Leben zu verbinden.
Besonders rund um die Schiessstraße und den Heerdter Lohweg sieht man diesen Übergang deutlich: alte Werkshallen stehen neben Neubauten, Start-ups neben Handwerksbetrieben, und ehemalige Industriebrachen werden zu Wohn- und Büroprojekten entwickelt.
Wenn man eine Grabmal-Patenschaft in Düsseldorf übernimmt, geht es vor allem darum, historische und besondere Grabstätten zu erhalten. Viele dieser Gräber gehören zu bekannten Düsseldorfer Persönlichkeiten oder sind kunstgeschichtlich wertvoll.
Mit einer Patenschaft übernimmt man die Verantwortung für eine historische Grabstätte. Dafür erhält man von der Stadt das Nutzungsrecht an dem Grab. Das bedeutet, dass dort später sogar eigene Bestattungen möglich sind. Die Patenschaft selbst ist kostenlos. Erst wenn tatsächlich eine Beisetzung stattfindet, fallen Gebühren für die Ruhefrist an, meistens für 20 Jahre.
Die historischen Grabmale stehen oft unter Denkmalschutz oder gelten als besonders erhaltenswert. Deshalb dürfen die Grabsteine nicht verändert werden. Eigene Namenstafeln sind aber erlaubt, solange sie zum Stil des Grabes passen. Ziel ist es, das ursprüngliche Aussehen der Gräber zu bewahren.
Die Stadt Düsseldorf markiert viele dieser Grabstätten inzwischen mit Schildern „Schön und erhaltenswert“. Dort befindet sich oft auch ein QR-Code mit weiteren Informationen. Auf mehreren Düsseldorfer Friedhöfen gibt es bereits über 200 Patenschaften. Trotzdem sucht die Stadt weiterhin neue Interessierte.
Kontakt für Interessierte
Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Kaiserswerther Straße 390
40474 Düsseldorf
Telefon: 0211 8994800
E-Mail: [email protected]
Quellen:
Chronik des Friedhofes Heerdt, Carl Vossen in Heerdt im Wandel der Zeit II (Düsseldorf 1980).
Landeshauptstadt Düsseldorf: Informationen zum Friedhof Heerdt
Informationen der Friedhofsverwaltung Düsseldorf zu Geschichte und Größe des Friedhofs
Predigt "Gottfried Hötzel" von Jörg Jerzembeck-Kuhlmann
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